Unsere Erfolge
Fallbeispiele aus der praxis
Unsere Erfolgsgeschichten zeigen, wie individuelle Unterstützung und gezielte Interventionen das Leben neurodiverser Menschen positiv verändern können. Hier sind einige Beispiele aus unserer Praxis, die verdeutlichen, wie wichtig eine korrekte Diagnose und der richtige Umgang mit Autismus und ADS/ADHS sind.»
Krise im Wohnheim mit autistischer Bewohnerin: Klinikeinweisung? Verlust des Heimplatzes?
Junger Autist, suizidal, mit extremer Impulsivität
Fehldiagnosen, Fehlbehandlungen, Drogenerkrankung, weil Autismus nicht erkannt wurde
24-jähriger Mann landet auf der geschlossen geführten Abteilung eines Wohnheims. Ursache: Medikamenten- und Drogenabhängigkeit, was ihn schon mehrmals wegen diversen Vergiftungen auf die Intensivstation gebracht hat. Er hatte 2 verschiedene Neuroleptika, 2 Antidepressiva, alles in hoher Dosierung und 30mg Valium in der Fixmedikation. Er geriet immer wieder in Verzweiflungszustände mit heftigem Drogenkonsum. Dies wurde als depressive Krisen interpretiert, diverse Fachkliniken diagnostizierten aufgrund der Selbstverletzungen und den heftigen Stimmungsschwankungen eine Borderline- Persönlichkeitsstörung. Schon in unserem ersten Gespräch fielen mir typisch autistische Merkmale auf. Ich begann sofort, ihm entsprechende Fragen zu stellen. Er antwortete: «Klären Sie mich gerade auf Autismus ab?» Ich bejate. Er zeigte mir sein Tagebuch. Da stand: «18.08.2023 (5 Monate, bevor ich ihn kennen lernte): Habe einen Autismus- Fragebogen ausgefüllt. Von 15 Fragen habe ich 13 mit ja beantwortet.» Ich konnte nach genauer Anamnese und Untersuchung einen Asperger- Autismus und ADHS diagnostizieren. Dadurch war es möglich, ihm die Ursachen seiner Symptome zu erklären. Er wurde Experte in eigener Sache. So ist es ihm nun möglich, zu erkennen, was ihn stresst, wann er überfordert ist, und was es braucht, um dies zu vermeiden. Wir konnten die Neuroleptika, die Antidepressiva (waren schon in der Vorgeschichte allesamt wirkungslos) und die 30mg Valium absetzen. Durch das verstehen, was seine Probleme verursacht, und warum er sich «anders» fühlt, gelang es, dass depressive Episoden und auch Wutausbrüche mit Selbstverletzung sowie Drogenkonsum vermieden werden konnten. Nun kann er einen seinen Bedürfnissen entsprechenden Arbeitsplatz suchen. Auch hierbei werden wir ihn sehr gerne unterstützen. Er ist seit Monaten in ausgeglichener Stimmung, Drogenfrei und stabil. Schon bald wird er aus der geschlossenen Abteilung des Wohnheims nach Hause entlassen werden.
WISSENSCHAFTLICHE ARBEITEN UND PRÄSENTATIONEN
Im Rahmen der Tagung «Behinderung und Lebensqualität» werden wir am 03. September 2024, an der Hochschule Luzern, über folgendes Thema einen Workshop abhalten: «Methoden und Ansätze zum Umgang mit herausforderndem Verhalten von Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen»
Weltkongress für Psychiatrie: 28.09. – 01.10.2023: Posterpräsentation: Resonanzkommunikation, erste Ergebnisse
Hochschule Luzern, Abteilung für Soziale Arbeit
Workshop im Rahmen der Tagung: Methoden und Ansätze zum Umgang mit herausforderndem Verhalten von Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung.
Resonanzkommunikation, Workshopleitung: Dr. med. llse Michlbernhard, Fachärztin Innere Medizin FMH, Dignität für Psychiatrie und Psychotherapie & Katrin Gysi, Haus. Betriebsleiterin HHF, Trainerin C Westernreiten EWU, Asperger- Autistin
Herausforderndes Verhalten kann die Betreuenden in eine Position bringen, in der sie nurmehr reagieren können und so die Kontrolle über die Situation verlieren. Der Kurs zeigt Möglichkeiten auf, wie wir mit nonverbaler Kommunikation wieder zum Spielleiter werden und Sicherheit vermitteln können, um so schwierige Situationen zu deeskalieren. Hierfür werden geeignete Übungen angeboten. Ein wesentlicher Bestandteil wird sein, sich die Wirksamkeit der eigenen inneren Einstellung und deren Resonanz bewusst zu machen, damit sie direkt wirksam werden kann.